Viele Unternehmen, die das Thema Sprachtechnologie, inklusive Internet of Voice, Sprachassistenten, Voice Bots und mehr für sich entdecken, fragen sich, auf welcher Plattform zuerst begonnen werden sollte. Auch wenn man unserer Ansicht nach idealerweise auf allen großen Plattformen vertreten sein sollte, spricht momentan alles dafür, zunächst in die Entwicklung eines Sprachassistenten mit Google Assistant zu investieren. 

Warum dem so ist und wie man dabei am besten vorgeht erläutern wir in diesem Beitrag.

 

Grund #1: GA hat die beste Spracherkennung

Das Thema Spracherkennung beschreibt zweierlei Dimensionen: a) erkennt man die gesprochenen Worte („Speech-to-Text“) und b) versteht man den Kontext des Gesprochenenr? 

Wie wir kürzlich näher ausgeführt haben, gibt es im Bereich der Spracherkennung noch einige Herausforderungen zu überwinden. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass Google Assistant auch in dieser Dimension dem Konkurrenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri klar voraus ist. 

Der amerikanische Venture Capital-Fund Loup Ventures führt jährlich einen Test durch, um den „IQ“ der Sprachassistenten Google Assistant, Amazon Alexa und Google Siri zu überprüfen. 

Dabei testete man durch 5 Arten von Fragen bzw. Aussagen die Kompetenz der jeweiligen Sprachassistenten. Gefragt wurde nach lokalen Empfehlungen, der Bestellung von Produkten, Wegbeschreibungen, allgemeinen Informationen und Anweisungen wurden erteilt, etwa zur Erinnerung an einen bestimmten Termin. In den ersten 4 Kategorien konnte Google Assistant alle Konkurrenten hinter sich lassen, nur bei den Anweisungen landete man hinter Siri auf Rang 2.

Im Bereich der Spracherkennung konnte Google Assistant ausnahmslos alle 100% der gestellten Fragen richtig erkennen (im Vergleich: Alexa: 99,9%, Siri 99,8%). Klarer Sieger war Google Assistant auch bei der Beantwortung der gestellten Fragen – 92,9% der Anfragen wurden korrekt beantwortet (bei Siri nur 83,1%, bei Alexa gar nur 79,8%). 

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Exkurs: Knowledge Graphen und die Strukturierung von Wissen

Der Grund dafür, dass Google Assistant bei einfachen allgemeinen Anfragen die beste Antwortrate hat, liegt auch darin, dass man durch Milliarden von indizierten Webseiten und darin strukturierte Metadaten auf die beste Datenbasis aufbauen kann. 

Hierfür nutzt Google seine enorme Vormachtstellung – Googles „Ranking-Faktoren“ dienen Millionen von Webmastern als Maßgabe zur Aufbereitung ihres Web-Contents um auf der gefragten „Google Page One“ – der ersten Suchergebnisseite – gelistet zu werden. 

Dies betrifft z.B. die Angabe von Metadaten im Schema von Schema.org – diese Informationen helfen Google, die Web-Inhalte zu strukturieren und fließen in einen Knowledge Graphen ein, den Google zur Strukturierung und Aufbereitung von im Web befindlichen Informationen verwendet. 

Übrigens, hier erfahren Sie mehr über die Aufbereitung von Daten für Conversational AI mit Schema.org.

Google wird allerdings nicht Ihr Unternehmenswissen aufbereiten – hierfür ist es zu komplex und weitschichtig. Hier sind Unternehmen gefordert, mit kompetenter Unterstützung einen eigenen Knowledge Graphen aus den im Unternehmen befindlichen Informationen aufzubereiten und zu entwickeln. Somit kann Ihre Wissensdatenbank via Google Nutzern in der Dialogführung zugänglich gemacht werden.

 

Wenn der Sprachassistent die Fragen von Nutzern verlässlich versteht und informativ und klar beantwortet, bedeutet dies natürlich auch eine höhere Benutzerfreundlichkeit des Sprachassistenten. In diesem Bereich hat Google Assistant schlichtweg die Nase vorne. 

 

Grund #2: GA hat die größte Nutzerbasis – GA bietet Unternehmen Zugang zur größten Nutzerbasis/größtmögliche Zielgruppe

Weltweit sind bereits mehr als 2,5 Milliarden Android-Geräte in Verwendung. Auf allen Android-Geräten ist Google Assistant mitinstalliert – nicht als eigene App, sondern als native Funktionalität des Android-Betriebssystems.

Somit ist prinzipiell allen Android-Apps die Nutzung des Google Assistant möglich. Das ist allerdings nicht alles. Auch auf iOS-Geräten (iPhones, iPads) kann man mittels Siri Google Assistant verwenden.

Unternehmen, die einen ersten Sprachassistenten mit Google Assistant bauen, bekommen somit also Zugriff auf einen riesigen Markt. Dieser umschließt Android- und iOS-Nutzer gleichermaßen.

 

Grund #3: GA ist die optimale Vorbereitung für Voice Search/Voice First

Als dominierende Suchmaschine weltweit mit fast 90% Marktanteil gibt Google ganz klar vor, welchen Kriterien Webseiten entsprechen müssen, um ein ausgezeichnetes Ranking zu erhalten.

Jeder kennt den harten Kampf um Google Page 1 und weiß, wie schwierig die Verbesserung des Rankings unter den organischen Suchergebnissen ist. Nun betrifft dies allerdings das Phänomen der textbasierten Suche, die im Web-Browser durchgeführt wird. Hier werden seine Suchergebnisse pro Ergebnisseite aufgelistet. 

Allerdings sind wir mit raschen Schritten in die Welt des „Voice first“ unterwegs. Bald schon wird Voice Search die primäre Art der Suche darstellen. Zu groß sind der Komfort und die Zeitersparnis im Vergleich zur textbasierten Suche.

Sprachassistenten werden keine 10 Alternativen präsentieren – im Hören würde die Aufmerksamkeitsspanne des Nutzers bald überlastet. Wenn Google Assistant nur 1 bis 2 Antwortmöglichkeiten bzw. Alternativen bieten wird, dann folgt daraus, dass der Kampf um die sogenannte Position Zero noch viel intensiver werden wird.

Natürlich arbeitet Google bereits intensiv daran, „Voice first“ früher als später zum dominierenden Nutzerverhalten werden zu lassen. Die Nutzeranfragen, die über Google Assistant eingeholt werden, dienen Google auch zur Vorbereitung und Erkenntnisgewinnung über das Suchverhalten der Nutzer per Voice Search. 

Wir empfehlen jedem Unternehmen, so rasch wie möglich mit Google Assistant zu experimentieren – auch, um möglichst früh von Google Assistant in der Voice Search indexiert zu werden und die Wahrscheinlichkeit zu maximieren, in diesen gegebenen Antworten ausgewählt zu werden.

 

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Grund #4: Google Assistant ist der perfekte Start für eine priorisierte Voice-Strategie

Wie eingangs erwähnt, fragen einige Kunden nach der besten Vorgehensweise, quasi dem „ersten Schritt“ für ihre Voice-Strategie.

 

Wir von Onlim empfehlen hier den folgenden Prozess:

Zunächst sollte man mit einem Chatbot auf der eigenen Webseite beginnen. Hier hat man bereits täglich Traffic, der durch von Nutzern getätigte Anfragen im Chatbot wertvolle Daten hinsichtlich wichtigster Anfragen und deren genaue Formulierung (ein wichtiges Kriterium bei Sprachassistenten!) liefern kann. Diese dienen als Trainingsdaten zur Entwicklung und Verbesserung der Spracherkennung und Conversational AI.

Gleichzeitig empfehlen wir die Entwicklung einer einfachen Google Action, um mit der Technologie erste wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Dies stellt eine bessere Herangehensweise da, als eine selten gefundene Google Action zu erstellen, welche man über Google finden soll. 

Die über den Chatbot auf der Webseite gesammelten Daten können wiederum als Trainingsdaten für Google Assistant herangenommen werden. Dies funktioniert, weil die Struktur der Daten die gleiche ist.

 

Grund #5: Google Assistant bietet die Möglichkeit zum Cross-Linken zwischen Kanälen/Medien

Mit Google Assistant ist auch eine Link-Setzung zwischen unterschiedlichen Apps möglich. Aus der Dialogführung in Google Assistant kann beispielsweise der Browser, die YouTube-App oder sonstige Apps aufgerufen werden, um relevante Inhalte dort einzusehen. 

Für Unternehmen entsteht so die Möglichkeit, geeignete Cross-Links zu setzen. Ein Beispiel wäre von der Informationssuche in Google Assistant zur Buchung auf der Unternehmenswebseite zu verlinken. 

 

Was bedeutet das für Sie als Unternehmer? 

Als Unternehmen müssen Sie zunächst einmal klären, was Sie mit Ihrem Sprachassistenten erreichen wollen. Hierbei ist auch auf die Art des Unternehmens einzugehen. Möchten sie damit Auskünfte aus Ihrer Wissensdatenbank in natürlicher Sprachform wiedergegeben oder etwa der Verkauf von Produkten steigern? 

E-Commerce Betreiber, die ihre Produkte bereits jetzt auf Amazon verkaufen, sollten bei ihrem Sprachassistenten natürlich noch höhere Priorität auf Amazon Alexa legen und einen Alexa Skill entwickeln.

Doch auch im Shopping-Bereich steht Google Assistant Amazon Alexa in nichts nach. Google Assistant kann nämlich bei geeigneten Anfragen Traffic in den Direktvertrieb auf der eigenen Webseite bringen. Dort kann man höhere Margen erzielen. 

Auch in Zukunft wird die Marketing-Aufgabe also mit einer Kanalstrategie konfrontiert sein. Als Unternehmen muss man sich festlegen, ob man nur auf einem, oder auf mehreren Kanälen in der Leadgenerierung aktiv sein will.

Wer stark vom Thema organischer Suche abhängig ist, für den kann sich eine Investition in die Entwicklung einer Action mit dem Google Assistant besonders rentieren. Hier suchen schlichtweg die meisten Nutzer nach Informationen – Google Assistant ist der wichtigste Traffic-Lieferant in der Voice Search. 

 

Fazit

Wir sagen unseren Kunden stets: nun, es ist eine Innovation. Jeder, der jetzt startet, macht vielleicht ein paar Leerkilometer, lernt allerdings rasch dazu. Wenn das System skaliert – was nur mehr eine Frage der Zeit ist – wird er ganz klar die Nase vorne haben.

Darum sollte man sich als Unternehmen jetzt mit Sprachassistenten beschäftigen. Nicht erst in 5 oder 10 Jahren – da wird es schon zu spät sein.

Hier erfahren Sie mehr über Chatbots und Sprachassistenten:

 

Why Google Assistant Is Leading The Voice Assistant Race