Sprachassistenten für Unternehmen – Alles, was Sie darüber wissen müssen! (Teil 2)

By Published On: April 28th, 2022Categories: Automatisierung, Chatbots & AI, sprachassistenten & voice

Im ersten Teil dieser Miniserie über Sprachassistenten haben wir uns angeschaut, wieso es wichtig ist, sich mit dem Thema Sprachassistenten zu beschäftigen und welche möglichen Anwendungsfelder sowie welche erfolgreichen Umsetzungen es bereits gibt.

Heute beschäftigen wir uns damit, welchen Herausforderungen Sprachassistenten derzeit gegenüber stehen. Sie erhalten auch Tipps, wie Sie mit der Entwicklung eines eigenen Sprachassistenten starten können. Lesen Sie also weiter.

 

Welchen Herausforderungen stehen Sprachassistenten derzeit gegenüber?

So vielversprechend die Voice-Technologie klingt – Sie muss dennoch weitere Herausforderungen meistern, um sich einen festen Platz in der Unternehmenswelt zu sichern.

Das sind ihre größten Herausforderungen:

 

1. Verbesserung in der Spracherkennung

Zwar ist die Spracherkennung in geschlossenen Räumen und in unmittelbarer Umgebung des Sprachassistenten bereits hervorragend. Allerdings lässt die Qualität in herausfordernden Umgebungen wie einer lauten Umgebung oder über eine große Entfernung schnell nach.

In diesem Bereich gilt es, weitere Lösungsansätze zu entwickeln, sodass die Technologie auch für Anwendungsfelder wie Live-Interviews, Spracherkennung während eines Familienessens oder auch in Meetings eingesetzt werden kann.

Eine weitere Herausforderung ist die Erkennung und Verfügbarkeit von unterschiedlichen Sprachen und Themengebieten. Gerade für seltene Sprachen und Nischenthemen besteht noch Verbesserungsbedarf.

 

2. Kontextbezug herstellen

Wenn sich zwei Menschen unterhalten, können Sie ohne Probleme das Gesprochene decodieren, die Gesten des Gegenüber deuten und es in einen Bezug zur vorherigen Unterhaltung setzen. Sprachassistenten stoßen hier häufig an ihre Grenzen.

Oftmals ist es für Sprachassistenten schwierig, den Kontext der gesprochenen Sprache zu verstehen und richtig einzuordnen. Das hat zufolge, dass die Absicht des Nutzer falsch verstanden wird und so falsche Informationen bereitgestellt werden oder eine unpassende Funktion ausgeführt wird.

 

3. Akzente und Dialekte

Gerade in Zeiten, in denen Nutzer erwarten, dass eine Technologie in Sekundenschnelle funktioniert, können sie bei Sprachassistenten noch häufig enttäuscht werden. Häufig ist es so, das die Verwendung von Sprachassistenten länger dauert als die Nutzung von vergleichbaren textbasierten Lösungen.

Das hat damit zu tun, dass die Sprachassistenten die Sprachmuster verschiedener Nutzer erst noch lernen müssen. Vor allem Akzente führen häufig zu Problemen. So gibt es beispielsweise große Unterschiede, wie gut amerikanisches Englisch im Vergleich zu schottischem Englisch verstanden wird. Eine langsame und deutliche Aussprache kann hier hilfreich sein.

Nicht immer sind Akzente und Dialekte ein Problem. Auch Erkältungen und die häufig damit einhergehende Stimmveränderungen können dazu führen, dass Sprachassistenten Nutzer schlechter verstehen.

 

4. Privatsphäre und Datenschutz

Damit ein Sprachassistent optimal funktioniert, benötigt er Daten, mit denen er lernen und seine Fähigkeiten optimieren kann. Am besten Daten aus der alltäglichen Interaktion mit den Spracherkennungssystemen.

Allerdings wollen viele Nutzer die volle Kontrolle über Ihre Daten haben. Gerade, wenn es um so vielfältige Befehle und Fragen geht, die sie im Alltag an ihren Sprachassistenten richten. Da ist nicht unbedingt eine beruhigende Vorstellung, wenn jegliche Interaktion mit den Sprachassistenten gesammelt und einem globalen Datensatz hinzugefügt werden.

Vor allem, wenn es sich dabei um gewinnorientierte Unternehmen, wie Google oder Amazon handelt. Daher ist es aktuell eine große Herausforderung, genügend Daten zu sammeln, damit die Sprachassistenten weiter dazulernen können und gleichzeitig die Sicherheits- und Privatsphäre-Bedürfnisse zu berücksichtigen.

 

3 Tipps zur Implementierung von Sprachassistenten für Unternehmen

Sollten Sie nach unserem letzten Artikel denken, dass Sprachassistenten genau das Richtige für Sie sind, dann möchten wir Ihnen noch folgende Tipps für die Implementierung Ihres Sprachassistenten mitgeben:

 

1. Warten Sie nicht zu lange

Jetzt ist die optimale Zeit, um mit Sprachassistenten für Unternehmen zu starten. Die Technologie ist bereits ausreichend entwickelt, sodass sie Nutzern einen Mehrwert bietet. Da viele Unternehmen noch zögern, können Sie sich einen Vorsprung sichern.

Sie haben die Möglichkeit zu testen und zu lernen, welche Strategien funktionieren sowie sich einprägsame und relevante Skill- und Action-Namen sichern.

 

2. Passen Sie Ihre Marketing-Inhalte an

Die Entwicklung einer Voice-Strategie benötigt ein Umdenken in der Kundenansprache. Denn eine Unterhaltung über Sprachassistenten unterscheidet sich deutlich von der geschriebenen, meist formelleren Kommunikation. Sie müssen sich bewusst werden, was der Wandel zu einer Kommunikation über Sprachassistenten und der Nutzung von gesprochenen Suchanfragen bedeutet.

Dabei ist die Antwort natürlich immer äußerst individuell. Ein Punkt bleibt jedoch für alle Unternehmen gleich: Die Kommunikation über Sprachassistenten muss über alle Unternehmensbereiche hinweg einbezogen werden. Das ist vor allem für die Planung und Erstellung des Contents entscheidend. Denn um Inhalte für Sprachassistenten zu nutzen, müssen diese im Vorfeld bereitgestellt werden. Antworten können zum Beispiel nicht mehr spontan erst während eines Kundengesprächs formuliert werden.

Zudem verliert die visuelle Corporate Identity an Bedeutung. Es geht nicht länger nur darum, wie ein Unternehmen sich optisch präsentiert, sondern auch wie es sich anhört.

 

3. Analysieren Sie den Mitbewerb und das Kundenverhalten

Zwar sind viele Unternehmen noch zögerlich, allerdings gibt es schon einige Vorreiter, die Sprachassistenten bereits in ihrem Marketing-Mix etabliert haben. Suchen Sie sich Unternehmen, die das Thema Voice bereits gut einsetzen und versuchen Sie, von diesen zu lernen.

Eine Analyse des Kundenverhaltens kann Ihnen ebenfalls wertvolle Erkenntnisse liefern. Denn durch die Nutzung der gesprochenen Sprache verändert sich auch das Verhalten der Kunden. Sie verwenden andere Technologien, halten sich an anderen Orten auf und verwenden unterschiedliche Wörter für ihre Suchanfragen.

Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen evaluieren, wie sie ihre Prozesse an das veränderte Kundenverhalten anpassen können. So kann es zum Beispiel sein, dass SEO-Texte überarbeitet werden müssen oder die Marketingunterlagen generell an andere technische Formate angepasst werden müssen.

 

So können Sie vorgehen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um Ihnen den Einstieg in das Thema Sprachassistenten zu erleichtern, können Sie sich an folgendem Prozess orientieren:

 

1. Ideenfindung & Planung

Im ersten Schritt müssen Sie dem Thema die erforderliche Bedeutung einräumen. Nicht nur Sie, sondern das gesamte Marketing- , Vertriebs- und Kundenserviceteam muss sich bewusst sein, welche Chance das Thema bietet.

Beantworten Sie folgende Fragen:

  • In welchen Bereichen würde die Implementierung sprachbasierter Dienste Ihre Kommunikation verbessern oder einen Mehrwert bringen?
  • Welche Ziele sollen damit erreicht werden?
  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?
  • Welche Probleme soll die Skill/Action für den Nutzer lösen?
  • Welche differenzierenden Faktoren spielen eine Rolle?
  • Welche messbaren Leistungsindikatoren (KPIs) können Sie festlegen?
  • Wie schätzen Sie den Projektumfang und die erforderlichen Ressourcen ein?
  • Sind Ihre Systeme für die Implementation eines sprachbasierten Dienstes geeignet?

 

2. Voice User Interface (VUI) Design

Haben Sie erstmal den Use Case für Ihren sprachbasierten Dienst festgelegt, geht es auch schon ans Design.

Hier sind folgende Punkte zu beachten:

  • Wie soll Ihre Sprach-Benutzeroberfläche aussehen?
  • Definieren Sie Funktionen und Inhalte.
  • Definieren Sie den Skill/Action Namen und den Aufrufnamen.
  • Vollständigen Sie die technische Planung.

 

3. Entwicklung & Zertifizierung

Spätestens in diesem Schritt sollten Sie wissen, ob Sie die Implementierung inhouse oder von einem externen Experten durchführen lassen.

Onlims Erfahrung aus zahlreichen erfolgreich umgesetzten Chatbot- und Sprachassistenten-Projekten zeigt, dass bei der Entwicklung von Skills, Actions oder sprachbasierten Diensten, vor allem auf die Aufbereitung und -analyse der verwendeten Daten und Inhalte geachtet werden muss. Diese sind die Grundlage für ein gutes natürliches Sprachverständnis und damit ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis.

Was gibt es bei der Entwicklung & Zertifizierung zu beachten?

  • Implementieren Sie die technischen Anforderungen an den Skill/Action (z.B. APIs, etc.)
  • Implementierung auf Basis Alexa/Google Actions SDKs und Toolkits.
  • Schaffen Sie sich einen Überblick über den Skill/Action Zertifizierungsprozess.
  • Starten Sie mit einem benutzerfreundlichen Beta-Test-Plan
  • User friendly Beta-Test-Plan erstellen und User zum Skill-Beta-Testen einladen
  • Reichen Sie den Skill/Action zur Zertifizierung ein.

Gerne unterstützen wir Sie bei diesen Prozessen. Schicken Sie uns einfach eine unverbindliche Anfrage.

 

4. Launch & Promotion:

Im letzten Schritt geht es darum, den Skill/Action oder sprachbasierten Dienst zu launchen und zu bewerben. Sammeln Sie Ihre Erfahrungen, werten Sie die Aktivitäten aus und analysieren sie Ihre gesammelten Daten.

Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

  • Wie wollen Sie den Skill/Action nach der Markteinführung vermarkten? (z. B. PR, Social Media, Werbekampagnen etc)
  • Welche Erwartungen gibt es an das Produkt nach der Markteinführung? (Wird es beispielsweise eine V2.0 geben?)
  • Wie wollen Sie Fehlerbehebungen, Handhabung von Benutzer Rezensionen etc. nach der Markteinführung handhaben?
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Wir hoffen, dass Ihnen unsere Tipps helfen werden, Ihr Sprachassistenten-Projekt anzustoßen. Als verlässliche Conversational AI Entwickler unterstützen wir Sie natürlich gerne in allen Phasen und sorgen dafür, dass ihr Projekt schnell und ohne Komplikationen umgesetzt wird. Fordern Sie einfach unsere kostenlose Beratung an.

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